1. Nahbellpreis 2000: Tom de Toys

Lochperhappening, Berlin-Neukölln, den 27.6.2005 (c) FOTO: Patrick Munck (Videostill)
Lochperhappening, Berlin-Neukölln, den 27.6.2005 (c) FOTO: Patrick Munck (Videostill)

 

"I miss the intensity in many poems that get big prizes in Germany by established institutions. I'm not the one who ignores the others even if i don't like them but i go to the library and i read complete books of the other poets that i don't like just to prove if i'm still right with my opinion or if something has changed. I am interested in finding intensity and existential themes. But i regret that literature has no influence on society. I feel very disappointed and sad about the fact that i can put as much intensity in my poems as i want - it will never change the situation! So the influence of literature at all is my question."

Tom de Toys, im Podcast: "(Sub)cultural networks at the example of the poetry scenes in Berlin and Düsseldorf. A comparison." (2022)

 

 

"Da war dann ein unstillbares Bedürfnis, die Unendlichkeit nicht nur zu spüren, sondern sie auch in einen Gedanken zu fassen... (..) Mit der Erfindung der Quantenlyrik hatte ich 2001 dieses Ziel sprachlich erreicht. Jede quantenlyrische Antisilbe funktioniert quasi wie ein Mantra. Allerdings lässt sich die Quantenlyrik nicht für das Ich funktionalisieren, denn sie ist total konkret und zugleich total abstrakt. (...) Die Quantenlyrik ist transparadox wie das mystische Spüren der Unendlichkeit. Eine Ich-transzendente, transpersonale Dichtung, kein Dada und kein esoterisches Symbol!"

 Tom de Toys, im Interview: SEHNSUCHT NACH DEM LETZTEN GEDICHT (2015)

 

"...meist steigert er sich in einen rauschhaften Zustand:

Der Bewußtseinspionier möchte mit seiner Kunst jede Art von Religion überwinden..."

F.A.Z. (1997 über De Toys)

 

"...der mit seiner 'Grundlosen Inwesenheit'

das ewige Präsenz zur Kernbotschaft erhebt..."

taz (1999 über De Toys)

 


Als ich vor 30 Jahren auf der Suche nach Autoren war, die meine Seele berühren und bereichern sollten, erschien mir sowohl die meiste Poesie als auch esoterische, mystische Literatur schlichtweg zu kryptisch: Ich wollte weder verkopfte Metaphern noch paradoxe Koans knacken, ich sehnte mich nach einer klaren, direkten Sprache, die mitten ins Herz trifft. (...) Die Dichtung erschien mir entweder wie eine kitschige, religiöse Hypnose oder sie war zu banal, zu unpsychologisch, zu gereimt und zu unexistenziell. Billige Metaphysik und Metaphernwahn überwiegten in allen Stilen aller Epochen. Ich suchte nach einer Sprache, die meine eigenen seelischen Zustände unverschnörkelt auf den Punkt bringen konnte. Eine Sprache wie Medizin für die Seele! Aus diesem Ehrgeiz heraus entwickelte sich die Neuropoesie als "direkte" Dichtung, also als antimetaphysische und antimetaphorische Dichtung, die weder hermetisch noch trivial sein sollte. Weder Geheimniskrämerei noch eindimensional. Tabulose Dichtung. Empörte Dichtung. Ekstatische Dichtung. Politische UND spirituelle Dichtung in einem! Die meisten zeitgenössischen Dichter erzeugen bei mir regelrecht Hirnkrämpfe mit ihrer zwanghaften, ungewollt surrealistisch anmutenden Originalität ohne erkennbaren Sinngehalt, sind also nicht im geringsten Medizin sondern eher wie Gift für die Seele des Lesers, der nach verwertbaren Aussagen sucht. Und ich werde meinen eigenen "klaren", geheimnislosen Stil niemals ändern, um besser abzuschneiden im offiziellen Lyrikbetrieb.

Tom de Toys, im Essay: "NEUROPOESIE: ZUR VERTEIDIGUNG DER DIREKTEN DICHTUNG" (2015)

 

Preisrede zur Metapoetologie einer "DIREKTEN POESIE" seit 1989

"DIREKTE DICHTUNG" – WAS IST DENN DAS ???

Tom de Toys über die "Jülicher Transrealistik" im 11. Jahr des LOCHISMUß anläßlich der erstmaligen G&GN-Vergabe des NAHBELL-Lyrikpreises für "lebenslängliche Unbestechlichkeit und Zeitgeistresistenz im Gesamtwerkprozess" am 21.6.2000 in Berlin

 

Berlin, den 21.6.2000 / Als erster Preisträger des zukünftig sporadisch vergebenen OFF-Literaturpreises für zeitgeistresistente Gesamtwerke fühle ich mich verpflichtet, verehrtes Publikum, den jetzt schon protestierenden Kritikern Zündstoff für ihre Klatschundtratschmedien aller Kategorien (ich glaube nur an meine eigenen Presse-Erklärungen!!!) zu liefern, indem ich versuche, ein Resümee meiner trendfreien theoretischen Taktiken zu skizzieren. Der Plan sah eigentlich anders aus: Zuerst die Malerei ad acta legen, nachdem sie ganz persönlich durch die individuelle Überwindung metaphysischer Fragen ad absurdum geführt worden war. Dann mir mithilfe der Schreiberei einen Namen verschaffen, damit dieser zu Promotionzwecken für die Bilder meines neuen Stils einsetzbar wird. Stattdessen hatte sich aus der verbalen Ebene meines Bewußtseins ein Selbstläufer entwickelt, noch dazu angeheizt durch das letzte Aufbäumen und die Abschaffung der sogenannten Undergroundliteratur-Szene in den 90ern des 20.Jahrhunderts, indem sich das brodelnde Zeitschriften-Netzwerk dem Tageslicht stellte. In meinem Falle existieren nun [Anm.: Stand zum Zeitpunkt dieser Rede am 21.6.2000] nicht nur über 1000 Gedichte (davon 25 E.S.-Beispiele), die genaugenommen als lexikalische Zeitbombe im G&GN-Archiv ticken (mit den kulturhistorischen Korrekturen und germanistischen Würdigungen wird ja üblicherweise erst nach dem Autorentod begonnen), sondern ich sah mich auch genötigt, selber schon Sekundärmaterial zu erarbeiten, um nicht vom Fahrwasser angeblicher Zeitgeistphänomene mitgerissen zu werden. Denn Eintagsfliegen schlagen dank Medienrummel immer höhere Wellen und ertränken alles, was Flügel hat.

ICH FOLGTE ALSO DEM INNEREN ENGEL BIS AN DIE GRENZEN MEINER TAUGLICHKEIT... und fand diverse Begriffe, um die Differenz meines Ansatzes zum Spektakel drumherum zu definieren. Dabei half mir stets die vermeintliche Intuition mehr als meine ohnehin überflüssige Halbbildung. Erst rückblickend wird mir nun bewußt, was für einen postpoetologischen Apparat ich aufgebaut habe und mit welchen Meilenstiefeln mein "Institut für Ganz & GarNix" ins 23.Jahrhundert ausgewandert ist. Jetzt, da ich endlich wieder Platz im Sprachzentrum für Außenweltzusammenhänge finde, spüre ich (oft mit Gänsehaut), wie leicht sich noch immer das Publikum blenden läßt vom Geschwätz der Journalisten & Pausenclowne – profilneurotische Verleger mutieren zu Voyeuren anti-literarischer Onanie, bis der Buchhandel zum schöngeistigen Sexshop pervertiert. Hier kannst Du die gesamte zivilisatorische Ablenkung kaufen, brauchst keinen einzigen Gedanken selber denken, nur leasen + lesen, was angesagt ist ! Ich wehre mich mit aller seelischen Unbestechlichkeit gegen solch inhaltsloses Gerede, egal ob gedruckt oder digital: das permanente Pulsieren im Modewahn verseucht die Gehirne, lähmt die Sehnsucht nach ekstatischer Echtheit, verleugnet das übermenschliche Bedürfnis nach existentiellen Banalitäten. Hinter der Maske vorgegaukelter Avantgarde und Experimentierfreudigkeit verbirgt sich das bereits untergegangene Abendland. Wir sind umgeben von institutionalisierten Innovations-Zombies in eventhaften Leichenschauhäusern mit Preisverleihungen als Särge. Demnäxt alles nur noch virtuell, dann wird die Natur den hinterbliebenen Freigeistern gehören, die dem großen Irrtum nicht verfallen sind.

Die Wahrheit: Transrealität entsteht durch gegenseitige Wahrnahme. Derart wirklich nenne ich deshalb nur, was beide gemeinsam erfahren und dadurch als integrale Information miteinander teilen. Sie sind dann im neuropoelitischen Begriff einer situativ-transpersonal-interdependenten >WÄLT< ohne Metaphern & Symbole. Und sie verdanken dieses bildlose Weltbild dem Kontakt-Effekt beim unmittelbaren Kommunikationsakt jenseits psychistischer Projektionen. Anstatt klassisch definierbare Sachen (Sinneseindrücke) zu sammeln, erlaubt die grundlos geteilte ANEKDOTENFREIE ANWESENHEIT Zustände statt Gegenstände als mystisch-materiell angewandtes Vorhandensayn in der vibrierenden Leere zu nutzen. Das Händeschütteln (früher noch ein traditionelles Begrüßungsritual) wird endlich seinem transdialektischen Selbstzweck überlassen, die Haut als eigentlicher Sensor statt Zensor interpretiert Begegnungsdaten im Sinne eines DUOISMUS STATT DUALISMUS ohne artifizielle Umschweife. Die Hand greift nicht mehr (wie beim Affen) nach Nahrung (die dann b-griffen wird) sondern hat sich für meditative Manöver emanzipiert, weil sich das Bewußtsein nicht mit dem biochemischen Hunger beschäftigt sondern der übersättigten & unterforderten Puren Präsenz (P2) dient. Sogesehen muß eine reflektierte Dokumentation Direkter Daten nicht unbedingt sofort während oder nach des Erweiterten Ereignisses (E2) selbst erfolgen (um beliebten Kriterien wie Authentizität & Autonomie gerecht zu werden) sondern entscheidend ist der sojetistische (Subjekt/Objekt-je-und-je-transzendierende) Charakter eines Wältsymptoms. Wo noch vor kurzem der angeblich Radikale Konstruktivismus Textstrukturen intersubjektiv-sachlich kontrollieren konnte, da ist es eigentlich ein per se rücksichtsloser KONTAKTISMUS, der die erweiterten Sachlichkeiten "zwischen" den Kontaktpolen visionär empfindet und als Vorbote einer völlig neuartigen architektonischen Utopie beschreibt: KONTAKT ZWISCHEN SAYENDEM ALS ZWISCHENLOSE WÄLTWEITE – es gibt keine Begegnung ohne beide Hände, die sich schütteln !!! Oder allgemeiner gesagt: Die Stille besteht aus dem Spannungsverhältnis der Redenden. Oder ganz abstrakt: Das Absolute ist bloß die Transparenz der Relationen... jenseits elitär-erleuchteter Gedanken DURCHLEUCHTET & DURCHDACHT mit dem, was sich ganz von alleine zeigt. Und solange sich nichts zeigt, gibt es keine Notwendigkeit, etwas zu sagen. Dasselbe gilt für die visuelle Ebene: rein technisch läßt sich der Integrale Impressionismus leicht, sehr sehr leicht imitieren und dementsprechend endlos reproduzieren, aber nicht die grundlose Glückseligkeit, mit der sich die Landschaft in Forschungssitzungen inspirierter Intensität als derart reduzierte Essenz transreligiös offenbart und als arationale Antwort entgegen allen Bedürfnissen nach Verspieltheit verrät. Dem Musen-Effekt geht immer der Kontakt-Effekt voraus so wie Liebe auch erst durch Lust passiert; denn jede Begegnung besteht de facto aus Berührung bestimmter Merkmale der multidimensionalen Energie. Keine Malerei ohne Materie, keine Schreiberei ohne Schraffur. Wir befinden uns zwar immer in beliebigen Befindlichkeiten, gegen Beliebigkeit aber hält bloß noch die hyperbiographische Bedeutungseuphorie stand.

Soweit der punktlose Standpunkt meiner direktesten Dinge als transrealistische Verdinglichung des spirituellen Stripteases meiner mich gelegentlich durchdringenden Umgebung. Ich danke Ihnen recht herzlich für das Vertrauen und den Respekt, den Sie mir durch Ihr Zugeständnis des NAHBELL-Preises erweisen, nachdem ich jahrelang nur von persönlichen Fans als Geheimtip gehandelt heimlich unter der Bettdecke gelesen wurde und auch bis heute erst einen Bruchteil meines Oeuvres veröffentlichen konnte, weil Zeit & Geld fehlen, um neben meinem öffentlichen Engagement –z.B. im Deutschunterricht der Gymnasien– diesen unmenschlichen Digitalisierungsstreß zu meistern, ohne auf die eigene Teilnahme am kulturellen Leben unseres Landes als Konsument gänzlich zu verzichten. Bedenken Sie: auch ein Genie braucht manchmal etwas Freizeit, um sich einfach zu vergessen, im Treiben des seltsamen Partygetummels aufzulösen und auf allerprimitivster Ebene das zu genießen, was ja sogar auch den kernlosen Kern meiner eigenen Botschaft ausmacht: DIE REINE GEGENWART, die auch einem Sterbenden als sinnvollste Erinnerung an ein vielleicht superlangweiliges Leben bleibt. Darin unterscheiden sich die Menschen ganz und gar nicht: Sie können allesamt der ewigwährenden <Generation Gegenwart>  angehören (der Begriff wurde von meinem Dichterfreund J.M eingeführt, den ich nebenbei übrigens auch als Anwärter für den hier verliehenen Preis vorschlagen möchte), jenseits aller Altersstufen und Gesellschaftsschichten. Sie ist das einzig friedensstiftende und "erlösende" Moment aller Kulturen, das mich auch damals, auf den Tag vor genau 11 Jahren, überwältigte, als ich das erste Poem ("Kontakt") nach Vollendung meines Frühwerkes ("Die Mystische Inflation") notierte.

 

21.6.1989

 

KONTAKT

 

zwischen zwei körnern

staub

schritte im meer

geatmet

und so

 

Leider haben neulich erst unabsichtliche Recherchen beim Renovieren meines Jugendgemaches in meinem Geburtsort Jülich das korrekte Entstehungsdatum zutage gebracht (nicht der 5.5.89, an dem der vorbereitende Spaziergang mitsamt Erfindung meines neuen Stils stattfand), wodurch ich nun aber –welch wunderbare Ironie des Schicksals!– wenigstens einen kleinen Beweis meiner oben angeführten Theorie des Direkten erbringen kann: vom Reflex der lochistischen Vergegenwärtigung des Vorhandensayns bis zur Reflexion über diesen Seinsschock par excellence kann durchaus ein Monat vergehen. Das plakativ wirkende Wörtchen "direkt" bezieht sich eben nicht auf die "irgendwie spontane" Schreibtechnik (von Besoffenen genauso gut beherrschbar wie von Heiligen) sondern den kontaktiven Inhalt des Erfahrbaren.

Es scheint mir überflüssig, amerikanische Neologismen zu bevorzugen, nur um der Inflation des deutschen Sprachschatzes zu entgehen – es ist wohl nichts neues, daß alle möglichen Begrifflichkeiten auf allen möglichen Gebieten (von Kunst über Alltagsjargon bis zu Wissenschaft) oft verwirrend unterschiedlich verwendet werden. Das Spiel mit den Worten ist und bleibt eben auch ein Spiel mit den Wirklichkeiten. Und genauso wenig wie Genialität erst von Galeristen gemacht wird, beginnt auch Lyrik nicht erst auf dem Ladentisch sondern WENN EIN DICHTER DICHTET. So einfach ist das und darum freue ich mich besonders, daß Sie jenseits der fetischistischen Feuilletons auf mich aufmerksam wurden und wünsche uns hiermit noch eine wilde Feier: die gegenseitige Autogrammstunde verschieben wir bitte auf das morgige gemeinsame Frühstück, das Buffet sei nun eröffnet, die Toiletten befinden sich hinten links, Betten und Duschen in den oberen Stockwerken und als Tanzfläche gilt der gesamte Saal...

 


Fortsetzung 2011:  FRAGEN EINES GENIES ZUR URLITERARISCHEN WELTWAHRNEHMUNG

Fortsetzung 2015:  NEUROPOESIE: ZUR VERTEIDIGUNG DER "DIREKTEN" DICHTUNG

 

Hörbeispiele ausgewählter Lyrikperformances auf SOUNDCLOUD & YOUTUBE

 




 

Tom de Toys, 27.5.1992

 

DAS GEDICHT ÜBER DIE MODERNE

 

Ich

Kriege

Nichts

 


 

Tom de Toys, 13.10.2001, endgültige "Poem"-Filmversion für die Geschlechterkampf-Szene (kommt nach dem Nachspann, jetzt mit Beethovens Auszügen aus Schillers Ode "An die Freude")

 

Ü b e r s t r ö m u n g II

(Klassische Version mit Happy-End)

 

 

Im Sinnlichen zuhause weil Ihr wie von Sinnen seid

Ihr küßt Euch hart und heftig kurz vor jedem Untergang

Spürt Ihr die Liebe zwischen feuchten Schenkeln

Öffnet sich Unendlichkeit

 

Hier leuchtet alles aus der grenzenlosen Wollust

Die zwei Menschheiten verbindet zwei Menschheiten

Erfinden den Schweiß ihrer gegenseitigen Gegenwart

Und berauschen sich an dieser Lust auf etwas Leichtigkeit

 

Das bißchen Frieden dieses kleine Glück der Menschen

Die sich mögen die sich wollen die sich wenigstens ein bißchen necken

Ihre Geister aneinander reiben ihre Leiber umeinander lecken

Von der einen zu der andern Front

 

Ihr seid von Eurem Schweiß besoffen

Nur das Eine zählt nichts Anderes zu hoffen

Die Geschlechter kämpfen um Geschlechter

Übermenschen vögeln mit Gelächter

 

Spielen Hüter der Gefühle gegen diese postmoderne Kühle

Gott wohnt nur noch in den Nullen und den Einsen

Wenn der Stromschlag Euren Puls bestimmt

Und die Ekstase jeden Krieg gewinnt

 



 

Tom de Toys, 7.+29.+30.5.2004 (Greifswald) & 8.4.2008 (1 Wort geändert)

 

SONNE(tt)IST(ischer) ÜBER(Griff) ALL

 

 

aus sonne geboren trifft mich der morgenstrahl /

durch einen holzspalt dringt photonendruck /

den wachen augen bleibt da keine wahl /

das phänomen strömt über mir zum stuck /

 

( aus zimmerstaub wird zehn minuten lang /

ein glitzernder kanal wie laserlicht /

ganz fasziniert lieg ich im fremden bett /

und schwanke zwischen traum und klarer sicht / )

 

was sich mir offenbart ist nicht magie /

nur die natur als schauspiel der physik /

so märchenhaft sah ich die wahrheit nie /

der bloße staub dient als erkenntniskick /

 

und wirbelt durch den ganzen dunklen raum /

und glitzert nur wo ihn die sonne trifft /

mein hirn faßt dieses echte wunder kaum /

 

mein herz wünscht sich die zeit ständ still – /

ich liege wie besoffen und bekifft /

die erdbewegung nimmt sich was sie will //